Sichere Passwörter sind der erste Schritt zum sicheren Klick im „Neuland“. Selbst wenn dies als Mantra bekannt sein dürfte und das Thema langweilig scheinen mag – unsichere Passwörter sind auch unter netz-affinen Personen verbreitet. Wir wollen uns den heutigen „change your password day“ zum Anlass nehmen, um unsere lieb gewordenen Passwörter zu ändern. Außerdem ist das Thema gar nicht so trocken, wie diese Visualisierung von Andreas Lehmann zeigt.
Der Tag, den wir jedes Jahr am 1. Februar mit einem „Och nö, mein schönes, einfaches Passwort?“ begrüßen, wurde angesichts des Zappos-Hacks 2012 ins Leben gerufen. Denn selbst wenn nur noch wenige zur Ein-Passwort-für-alles-Schule gehören dürften – nicht nur das Geburtsdatum, „asdfgh“ oder „1234567890“ werden schnell zum Einfallstor für Angreifer*innen.
Dabei ist das Prinzip einfach: Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort gewählt werden. Handelt es sich dabei um ein Wort aus dem Wörterbuch, selbst mit leichten Veränderungen oder „Schreibfehlern“, ist dieses von Computern leicht zu erraten. Persönliche Daten wie das Geburtsdatum sind womöglich nicht nur Nahestehenden in der analogen Welt bekannt. Verändern wir hingegen ein Wort bis zur uNcENn7l1cHk3iT, erschwert das zwar das Erraten, aber auch die Erinnerung – welche Buchstaben waren noch groß geschrieben?
Da grundsätzlich gilt, dass die Sicherheit (Entropie) mit zunehmender Länge des Passwortes zunimmt, raten wir zu einem Passsatz (Passphrase), wie ihn Edward Snowden erklärt:
Ganze Sätze wie „Dies=me1nPasssatz@Bank“ sind leichter zu merken und wegen ihrer Länge (und leichter Modifikationen) nur schwer zu knacken. Wer sich für die technischen Hintergründe von Passwörtern interessiert, dem sein diese Chaosradio-Folge zum Thema empfohlen.
Wer gerne komplexe Passwörter einsetzen möchte, aber Probleme hat, sich diese auch zu merken, dem legen wir einen Passwort-Manager wie den freien KeePass oder (für Linux) KeePassX ans Herz. Pass hingegen läuft im Terminal und verschlüsselt jedes Passwort mit GnuPG. Solche Passwort-Manager können auch selbst Passwörter generieren. Wer unbedingt den im Browser integrierten Passwort-Manager nutzen möchte, sollte unbedingt ein „Master-Passwort“ vergeben. Auf keinen Fall sollte mensch die Passwörter auf einen Zettel schreiben und etwa auf den Monitor kleben – oder gar an die Wand.
